Wappen Dortmund  Klimaschutz

Planungshilfe Solaranlage

Im Folgenden sind zehn Schritte eines Hauseigentümers zur Planung und zum Bau einer Solaranlage erklärt. Dabei sind die grundlegenden Schritte für sowohl Photovoltaik- als auch Solarthermieanlagen gleich.

Diese Anleitung soll Ihnen eine Hilfestellung geben, jedoch ersetzt sie nicht die Beratung eines qualifizierten Energieberaters oder Fachbetriebs.

1. Überprüfen der Computerauswertung

Das Solarkataster der Stadt Dortmund gibt Ihnen einen ersten Hinweis darüber, ob Ihre Dachfläche für Solaranlagen geeignet ist. Die Auswertung der Laserscanndaten und die Berechnung sind allerdings automatisch erfolgt und können Fehler beinhalten. Daher sollten Sie überprüfen, ob möglicherweise Lüftungsöffnungen, Dachfenster oder andere kleine Dachaufbauten nicht berücksichtigt wurden. Häufig lassen sich kleinere Störungen beseitigen, indem man beispielsweise Lüftungsöffnungen auf die andere Dachseite verlegt.
Ebenso kann es sein, dass die Umgebung Ihres Daches sich verändert hat. Bitte beachten Sie auch, dass die Dachfläche in Zukunft verschattungsfrei bleibt. Bäume in der Nachbarschaft werden wachsen oder der Nachbar plant anzubauen. Dies könnte Ihr Solarpotenzial deutlich reduzieren. Ein kurzes Gespräch mit dem Nachbarn kann diese Problematik vorab klären.

Seitenanfang

2. Bauantrag und Genehmigung

In der Regel benötigen Sie für eine Solaranlage keine Baugenehmigung. Ausnahmen bilden hier vor allem die denkmalgeschützten Gebäude und deren Nachbargebäude. In diesem Fall müssen Sie vorab eine Genehmigung bei der Denkmalbehörde einholen. Eine weitere Ausnahme bildet sich in Stadtgebieten, die „Reine und Allgemeine Wohngebiete“ sind. Da der Betrieb einer Photovoltaikanlage als eine gewerbliche Tätigkeit eingestuft wird, benötigen Sie in diesem Fall eine Befreiung des Stadtplanungs- und Bauordnungsamtes. Um für Ihre Dachfläche sicher zu gehen, können Sie sich beim Stadtplanungs- und Bauordnungsamt informieren.

Da die Photovoltaikanlage Strom produziert und dieser ins öffentliche Netz eingespeist wird, muss die Anlage vorher beim örtlichen Netzbetreiber angemeldet werden und darf erst nach erfolgter Prüfung und Anschlusszusage durch den Netzbetreiber in Betrieb genommen werden. Der Netzbetreiber in Dortmund ist DEW21-Netz GmbH. Auf der Internet-Seite: www.dew21-netz.de finden Sie mehr Informationen zur Anmeldung der Photovoltaikanlage.

Seitenanfang

3. Zustand des Daches

Eine Solaranlage ist eine Investition in die Zukunft und wird meistens für mindestens 20 Jahre genutzt. Daher sollte die Dacheindeckung und –Konstruktion für mindestens 20 Jahre stabil und sicher sein. Ist dies nicht der Fall, sollte man die Sanierung bei der Installation der Solaranlage direkt mit berücksichtigen. Nicht jede Dacheindeckung eignet sich für Solaranlagen und es gibt sogar neue Lösungen der dachintegrierten Solarstromanlagen. Sie funktionieren für den Teil der Anlage als Dachhaut.
Sollten Sie ein Asbestzementdach haben, ist die Errichtung einer Solaranlage gemäß Gefahrstoffverordnung nicht erlaubt.

Seitenanfang

4. Fachberatung vor Ort

Für die genaue Planung ist die Beratung eines Experten notwendig, um den erwarteten Jahresertrag an Strom oder Wärme ermitteln zu können. Dieser wird zunächst Ihr Dach und die Statik überprüfen. Sie sollten in jedem Fall die Fachberatung entweder von unabhängigen Beratern durchführen oder sich von mindestens drei verschiedenen Solarfirmen (meist Installationsbetriebe) beraten lassen. So haben Sie einen guten Vergleich und haben somit eine fundierte Einschätzung zu Ihrem Dach.

Seitenanfang

5. Angebote einholen

Wenn Ihr Dach für eine Solaranlage geeignet ist, sollten Sie sich von mindestens drei Solarfirmen ein detailliertes Angebot einholen. In Dortmund und Umgebung stehen Interessierten viele Elektro- bzw. Heizungsinstallateure (für Solarthermie) zur Verfügung. Wenn Sie bereits einen unabhängigen Energieberater hinzugezogen haben, können Sie zusammen die Grundsätze für eine Ausschreibung festlegen. Besonders wichtig ist dabei die Auswahl der Solarmodule. Die Panels können beispielsweise aus Dünnschicht oder Silizium (bei Photovoltaik) sein. Ein Fachberater wird Ihnen die Vor- und Nachteile erklären.
Vergleichen Sie die Angebote und prüfen Sie diese auf Vollständigkeit. Bei Unsicherheiten sollten Sie die Angebote von einem unabhängigen Dritten prüfen lassen.

Seitenanfang

6. Finanzierung sichern

Sobald Sie den zu erwartenden Jahresertrag und die Kosten der Anlage haben, sollten Sie die Finanzierung sichern. Dabei ist immer zuerst zu klären, wie hoch Ihr Eigenanteil ist. Für die restliche Finanzierung kann man zinsgünstige Kredite der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), der NRW.BANK oder spezielle Finanzierungsangebote diverser anderer Banken erhalten. Bitte beachten Sie, dass man beispielsweise den Kreditantrag bei der KfW über eine Privatbank wie Ihre Hausbank stellen muss. Ein Vergleich mit den Angeboten der Hausbank lohnt sich immer. Zusätzlich gibt es stets aktuelle Förderkonditionen beispielsweise von dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle speziell für Solarwärmeanlagen. Über aktuelle Fördermöglichkeiten und steuerliche Vorteile können Ihnen die Fachfirmen oder Energieberatungen Auskunft geben.
Bitte beachten Sie, dass bei den meisten Förderungen wie den Krediten der KfW Sie nicht mit dem Bau der Anlage begonnen haben dürfen.
Wir haben für Sie einige hilfreiche Links zusammen gestellt.

Seitenanfang

7. Vergabe des Auftrages

Beachten Sie bei der Vergabe des Auftrages auf die Zahlungsmodalitäten und beziehen Sie sich explizit auf das Angebot. Vereinbaren Sie im schriftlichen Vertrag so konkret wie möglich einen spätesten Fertigstellungstermin und die entsprechenden Konsequenzen bei Verzögerungen. Sollte eine Änderung der Einspeisevergütung knapp nach angestrebtem Fertigstellungstermin angekündigt sein, sollte die Entschädigungssumme den Verlust durch eine geringere Einspeisevergütung von über 20 Jahre kompensieren können.
Bei Photovoltaikanlagen übernimmt die Solarfirma in der Regel auch den Kontakt zum Netzbetreiber. Sie sollten sich Abmachungen jeder Art stets schriftlich bestätigen lassen.

Seitenanfang

8. Anmeldung der Photovoltaikanlage

Sobald Sie den Auftrag vergeben haben, spätestens 2 Wochen vor Inbetriebnahme, sollten Sie Ihre Photovoltaikanlage bei der Bundesnetzagentur anmelden. Dabei müssen Sie folgende Angaben machen:

  • Standort der Anlage
  • Name des Netzbetreibers
  • Leistung der Anlage in Kilowatt
  • Tag der Inbetriebnahme
Wenn Sie Ihre Anlage nicht rechtzeitig anmelden oder die Anmeldung dem Netzbetreiber nicht nachweisen (durch Zusendung der Kopie der Anmeldung), ist der örtliche Netzbetreiber nicht dazu verpflichtet, Ihren Strom zu vergüten. Der örtliche Netzbetreiber wird mit Ihnen nach der Inbetriebnahme als Betreiber der Anlage einen Vertrag schließen und den eingespeisten Strom nach aktuellen Konditionen des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) für 20 Jahre festgeschrieben vergüten.

Seitenanfang

9. Inbetriebnahme der Solaranlage

Ihr Fachbetrieb wird nach Aufbau Ihrer Solaranlage die Inbetriebnahme durchführen.
Dabei wird bei Photovoltaikanlagen der aktuelle Zählerstand des Einspeisezählers abgelesen. Das wird alles in einem Inbetriebnahme-Protokoll festgehalten. Die Inbetriebnahmeunterlagen der Photovoltaikanlagen müssen dem Netzbetreiber durch den Errichter oder dem Betreiber nach der Inbetriebnahme zur Verfügung gestellt werden.

Seitenanfang

10. Vergütung und Versicherung

In dem Vertrag mit dem Netzbetreiber ist nach dem EEG genau geregelt, wie viel Vergütung Sie für den produzierten Strom bekommen und wie die genauen Zahlungsmodalitäten Ihres Netzbetreibers sind. Seit April 2012 besteht die Pflicht, mindestens einen Teil des erzeugten Stroms selbst zu verbrauchen. In der Regel liegt der Satz der minimalen Eigenverbrauchsmenge für eine Solaranlage auf dem eigenen Dach bei 20 % (20 % bei Anlagen bis 10 kW installierter Leistung; 10 % über 10 kW und unter 1.000 kW installierter Leistung; Freiflächenanlagen und Anlagen über 1000 kW bis 10 MW ohne Eigenverbrauchspflicht). Je höher der Anteil des selbst genutzten Stroms ist, desto mehr lohnt sich der Eigenverbrauch. Das könnte sich unter Berücksichtigung steigender Stromkosten für Sie rechnen. Dies sollten Sie, gegebenenfalls mit Hilfe des Fachberaters, für sich kalkulieren.

Die Erträge Ihrer Photovoltaikanlage müssen Sie in der Steuererklärung berücksichtigen. In der Regel verringert sich dabei Ihre Steuerlast. Wenn Sie sich unsicher bei Ihrer Steuererklärung sind, sollten Sie einen Steuerberater hinzuziehen.

Da Ihre Solaranlage eine neue Form der Geldanlage ist, sollten Sie die Anlage bei Ihrer Gebäudeversicherung als neuen Bestandteil des Gebäudes anzeigen. So ist die Solaranlage zum Beispiel bei Sturmschäden abgesichert. Fragen Sie einfach bei Ihrer Versicherung nach. Vielleicht ist eine Solaranlage bereits über Ihre bestehende Versicherung abgedeckt.

Seitenanfang

Kontakt

Bei weiteren Fragen, können Sie sich auch gerne bei uns melden:

NameGabriele Wysgol
AdresseBrückstraße 45, Raum 258
Stadt44122 Dortmund
Telefon(0231) 50 267 94
Faxnummer(0231) 50 254 28
E-Mailgabriele.wysgol@stadtdo.de